Neue Biographien
In der GGW-Schrift Nr. 164 ist im Kapitel Persönlichkeiten der Weinkultur folgendes zu lesen:
„Zu allen Zeiten haben herausragende Persönlichkeiten die Entwicklung in Politik, Wirtschaft und Kultur sowie den anderen Gebieten des Lebens entscheidend geprägt. Die Gesellschaft für Geschichte des Weines, die sich dem Weinbau, dem Wein und seiner Kultur sowie seiner Geschichte verpflichtet fühlt, sah es vor Jahren bereits als ihre ureigenste Aufgabe an, in Kurzbiografien verstorbene Persönlichkeiten, die sich um den Weinbau, die Weinwirtschaft und die Weinkultur im deutschen Sprachbereich in besonderer Weise verdient gemacht haben, der Nachwelt präsent zu halten.“
Insbesondere runde Jahrestage geben Anlass, an Persönlichkeiten zu erinnern, die wir bereits in unsere Sammlung aufgenommen haben. So wurden vor 250 Jahren zwei bedeutende Pioniere der Weinbranche geboren: Carl Friedrich von Gok (1776-1849), Mitbegründer der „Gesellschaft für die Weinverbesserung in Württemberg“, bedeutender Autor des Werks über die Weinrebe mit ihren Arten und Abarten bzw. mit Beiträgen zur Kenntnis der Eigenschaften und zur Classifikation der cultivierten Wein-Reben-Arten. Im gleichen Jahr wurde Johann Baptist Heckler (1776 – 1860) geboren Weingutsbesitzer, Apotheker und Bürgermeister in Eltville, Oberkellermeister auf Schloss Johannisberg. Ein Gegenspieler von Gall und Pionier der gestaffelten Lese (Vor-, Haupt- und Spätlese).
Vor 100 Jahren erblickten zwei weitere bedeutende Persönlichkeiten der Weinbranche das Licht der Welt: Gotthilf Link (1926 – 2009), Wengerter, Weinbauverbandspräsident und Landespolitiker, ein Urgestein des württembergischen Weinbaus. Im gleichen Jahr wurde Günter Staudt (1926 – 2008) geboren, Botaniker, Zytologe, Genetiker, Direktor des Staatlichen Weinbauinstituts Freiburg.
In dieser Ausgabe können wir vier neue Biographien präsentieren
- Gümbel, Josef (v. Helmuth Gümbel)
- Haselier, Heinz (v. Leo Gros)
- Matuschka, Guido (v. Ernst Rühl und Rudolf Nickenig)
- Reitz, Leopold (v. Jochen Hamatschek).
Hinsichtlich der Biographie von Leopold Reitz handelt es sich um eine Neufassung, bei der auch das Wirken von R. in der NS-Zeit berücksichtigt ist. Gerne wiederholen wir an dieser Stelle nochmals unseren Aufruf, uns Anregungen für Biographien mitzuteilen, die den eingangs geschilderten Anforderungen entsprechen.
Illustration:
© Gerd Altmann

