Neue Biographien

Nicht nur in der Schweiz wird in diesem Jahr des großen Weinpioniers Hermann Müller-Thurgau gedacht, der vor 175 Jahren am 27. Oktober 1850 in Tägerwilen (Schweiz) geboren wurde. Auf unserer Webseite findet sich eine Würdigung seiner Leistungen, geschrieben vor vielen Jahren von Prof. Dr. R. Fritzsche, Wädenswil (Schweiz) und Dr. Wolfgang Thomann, Ingelheim. Letzterer hatte sich sehr um die Weinkultur und auch unsere Gesellschaft verdient gemacht. Professor Hans Reinhard Seeliger würdigt ihn in einer Kurzbiographie (siehe unten). Bleiben wir noch einen Augenblick im Jahr 1850, denn da verstarb auch Benedikt Kölges – Apotheker, Önologe und Sozialreformer. Nach Übergabe seiner Apotheke an den Neffen, zog er nach Mainz und war hier vor allem schriftstellerisch aktiv. Ein wichtiges Anliegen war für ihn eine bessere Bildung junger Winzer auf wissenschaftlicher Basis, so war er Verfasser von Lehrbüchern. Leider fanden seine Werke nicht genügend Absatz und er verstarb unter ärmsten Bedingungen in Mainz, wie Bittbriefe an den Herzog belegen konnten. Die Biographie von Dr. Tanja Lidy, Frankweiler, auf unserer Webseite soll dazu beitragen, dass wir diese bemerkenswerte Persönlichkeit der Weinkultur nicht vergessen.  

„Runde“ Geburtstage werden oft genutzt, um an Menschen zu erinnern, siehe oben Hermann Müller-Thurgau. Dieses Jahr gäbe es die Gelegenheit, sich nochmals mit weiteren Weinpersönlichkeiten zu beschäftigen: Vor 150 Jahren wurde Erwin Baur geboren (1875 – 1933). Professor Ernst Rühl erinnerte in seiner Biographie an diesen vielschichtigen Wissenschaftler, Arzt, Botaniker, Genetiker, Rassenhygieniker und Züchtungsforscher, dessen wissenschaftliche Arbeiten später von den Nationalsozialisten ge- oder missbraucht wurden. Franz Josef Popp (1875 – 1954) wurde im gleichen Jahr geboren, sozial engagierter Weinkaufmann und Geschäftsführer des Weinbauverbandes Mosel-Saar-Ruwer. Gleicher Jahrgang war der Schweizer Ludwig Schwarz (1875 – 1954), Administrator auf Schloss Reinhartshausen, dessen Wirken von unserem Beiratsmitglied Professor Leo Gros gewürdigt worden war. Noch zwei weitere „1875er“ finden sich unserer Biographien-Sammlung: Adalbert Mattern (*1875), Landesinspektor für Weinbau, Direktor des staatl. Hofkellers in Würzburg sowie Karl von Stedman (1875 – 1933). 1875 starb auch ein bedeutender Repräsentant der deutschen Weinbranche Johann Otto Ferdinand Beck (1818 – 1875), Jurist, preußischer Beamter, Autor und Weinbaupolitiker. 

Nach dem Rückblick in die bereits existierenden Beschreibungen von Persönlichkeiten der Weinkultur in unserer Sammlung kommen wir nun zu den neuen Biographien: Karoline Knoth würdigt den bedeutenden Weinschriftsteller und Kartographen Carl Ludwig Hellrung (1794 – 1851), Johannes Büchel, Mainz und Friedhelm Leimbrock, Mülheim an der Mosel erinnern an den Weinbauabteilungsleiter Otto Köble (1937 – 2016). Die Würdigung unseres ehemaligen Vorstandsmitglied Wolfgang Thomann durch Professor Seeliger haben wir bereits erwähnt. Bleibt noch die Erinnerung an einen bedeutenden Rebenzüchter, Vilém Kraus (1924 – 2013), durch Ernst Rühl. 

Illustration:

© Gerd Altmann

 

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