50 Jahre BiblioVino – ein Grund zum Weinfeiern
1976 ist der erste Band der „Bibliographie zur Geschichte des Weines“ von Renate Schoene von der Südwestdeutschen Verlagsanstalt in Mannheim herausgegeben worden. Schnell entwickelte sich die Bibliographie unter der Kurzbezeichnung „Schoene“ zu einem vielzitierten Nachschlagewerk der Weinliteratur.Dieses Jubiläum feiert das LBZ in Kooperation mit der Gesellschaft für Geschichte des Weines e.V. mit zwei Vorträgen:
„Schoene Weinliteratur“: Von der Literaturliste einer Ausstellung zur Fachdatenbank für Weinliteratur (Benjamin Merkler, Standortvertreter Rheinische Landesbibliothek)
1971 wurde in der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn die Ausstellung „Der Wein in Geschichte und Gegenwart“ gezeigt. Schon während der Vorbereitungen kam die Idee auf, die aus diesem Anlass zusammengetragene Weinliteratur in einer Bibliographie zu veröffentlichen, da es im deutschsprachigen Raum noch keine spezielle Bibliographie zum Thema gab. Die Gesellschaft für Geschichte des Weines e.V. und die ULB Bonn beschlossen gemeinsam, eine solche herauszugeben.
In den Jahren 1976, 1978, 1982 und 1984 erschienen das Grundwerk und die Supplemente 1 bis 3 mit insgesamt 13.309 Weintiteln, die unter der Kurzbezeichnung „Schoene“ zu einem einschlägigen Nachschlagewerk der Weinliteratur wurden. 1988 erschien die zweite, mit allen Supplementen kumulierte und aktualisierte Auflage „Schoene2“ im K.G. Saur Verlag München. Ab 2003 stand die „Schoene3“ als Datenbank im Internet zur Verfügung und wurde in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Bonn angeboten. Seit 2018 fungiert das Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz als Herausgeber und führt die Bibliographie unter dem Namen BiblioVino mit Unterstützung der Gesellschaft für Geschichte des Weines e.V. fort.
Von der Fachwelt geschrieben, von Winzern gelesen: Zur Entstehung der Fachzeitschriften in der Weinbranche (Rudolf Nickenig, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Gesellschaft für Geschichte des Weines e.V.)
Im frühen 19. Jahrhundert gab es im deutschen Weinbau neben einigen wohlhabenden Weingütern hunderttausende von ärmeren Winzerfamilien, die in der Regel als sogenannte Gemischtbetriebe mehrere landwirtschaftliche Kulturen bewirtschafteten. Sie arbeiteten nach alter Väter Sitte, der Ausbildungsgrad war gering. Weinbaulich fehlte es ihnen oft an Kenntnissen, um mit den Herausforderungen des Anbaus (Ernteschwankungen, neuen Pflanzenkrankheiten etc.), der Kellerwirtschaft und dem Verkauf ihrer Erzeugnisse erfolgreich umzugehen. Immer mehr kristallisierte sich das Problem heraus, dass es technische Innovationen auf dem Gebiet der Weinbau- und Kellertechnik gab, die meisten Winzer aber davon nichts wussten. Die technischen Fortschritte im Zeitungs- und Zeitschriftendruck sowie auch im Verkehrswesen waren – ganz abgesehen von den fachlichen und redaktionellen Herausforderungen – wichtige Voraussetzungen, um den Wissenstransfer zu ermöglichen und die Kommunikationsprobleme zu lösen. Mit diesem historischen Hintergrund beschäftigt sich der Vortrag mit den Visionen und Problemen der ersten regelmäßig erscheinenden Weinpublikationen.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung „Geschichte(n) des Weinbaus: Die Bibliothek des Friedrich von Bassermann-Jordan“ statt, die vom 09.07. bis 22.08. im LBZ gezeigt wird (Eröffnung am 09.07. um 19 Uhr).
Wann – Donnerstag, 30.07.2026, 19 Uhr.
Wo – Landesbibliothekszentrum / Rheinische Landesbibliothek Koblenz

