Köble, Otto (1937 – 2016)

Otto KÖBLE, Diplomlandwirt, Abteilungsleiter (MinDirig a.D.)
* 23.04.1937 in Stuttgart
† 05.02.2016 in Bonn
⚭ Elisabeth Köble, geb. Stohr (1936 – 2023), 4 Kinder
Otto Köble wurde 1937 in Stuttgart geboren, wuchs in Talheim, Kreis Heilbronn, auf und besuchte dort in den Kriegsjahren die Volksschule und ab 1947 die Oberschule in Heilbronn. 1951 begann er eine Weinbaulehre an der Staatlichen Rebveredlungsanstalt in Lauffen am Neckar. Im Anschluss ging er zur Weinbauschule in Weinsberg. 1955 wurde der junge Winzer erfolgreicher Sieger im Berufswettkampf auf Bundesebene in der Sparte Weinbau. Erste berufliche Erfahrungen im Weinbau erzielte er als Verwalter bei der Freih. von Schorlemer´schen Gutsverwaltung in Lieser und beim Weingut E. Hinkel in Framersheim. Daran im Anschluss besuchte er die Höhere Weinbauschule in Bad Kreuznach. Mit dem Abschluss war die allgemeine Hochschulreife und die pädagogische Eignung für die Ausbildung von Lehrlingen verbunden. Von 1959 bis 1962 studierte er Agrarwissenschaften an der Universität Bonn. Nach dem Diplomexamen wurde er Geschäftsführer des Weinbauverbandes Mosel-Saar-Ruwer e. V. und ab Gründung auch der Weinwerbung Mosel-Saar-Ruwer e. V.
Im Jahre 1965 wechselte K. ins Referat Wein-, Branntwein-, Hopfen-, Mineralwasser- und Teewirtschaft im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bonn, in dessen Diensten er 20 Jahre blieb. In Gremien der Europäischen Gemeinschaften wurde er zum Sprecher der deutschen Delegation in der Arbeitsgruppe „Wein“ beim Ministerrat und im Verwaltungsausschuss „Wein“ bei der Kommission. Damit war er mit der Ausarbeitung des europäischen Weinrechts befasst. So hat er z. B. Bundeskanzler Helmut Kohl beim EU-Gipfel 1982 in Dublin fachlich beraten. Die Dubliner-Beschlüsse zur Umsetzung einer Hektarertragsregelung in Deutschland sollten ihn sein weiteres Berufsleben begleiten.
In der Landesregierung von Rheinland-Pfalz wurden nach dem sogenannten Glykolwein-Skandal von 1985 organisatorische und personelle Konsequenzen gezogen. So kam es, dass K. unter Weinbauminister Dieter Ziegler zum Abteilungsleiter Weinbau im Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau und Forsten berufen wurde. Zu den ersten Aufgaben der Landespolitik zählte es, das Vertrauen am Weinmarkt im In- und Ausland wiederherzustellen und damit die aufziehende Krise im rheinland-pfälzischen Weinbau abzuwenden. Als Abteilungsleiter war K. mit unterschiedlichen weinbaupolitischen Themen in der Landesregierung befasst.
Nachdem der Leiter der Abteilung Landwirtschaft im MWVLW in den Ruhestand verabschiedet wurde, wurden die Abteilungen Landwirtschaft und Weinbau zusammengeführt. Die Leitung der neuen Abteilung wurde ab dem 15.07.1997 K. übertragen. Derartige Änderungen in der Organisation stellen an die Führungskräfte hohe Anforderungen. Einfühlungsvermögen und Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren gefragt. Die räumliche Trennung der Dienstgebäude erschwerte die Führung der Mitarbeiter und Synergieeffekte sowie der erkennbare Nutzen waren gering. Die zusätzliche Arbeitsbelastung hat K. mit dem ihm eigenen Verständnis von Pflichterfüllung gemeistert.
Von 1987 bis 2001 war K. Vorsitzender des Forschungsrings des Deutschen Weinbaus (FDW) bei der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft. Der Forschungsring koordiniert die angewandte Forschung in allen Bereichen der Weinwirtschaft, insbesondere der weinbautreibenden Bundesländer mit ihren Versuchs- und Forschungseinrichtungen. Ziel des FDW ist eine abgestimmte Umsetzung der Forschungsfinanzierung der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz. Für seine Verdienste im Forschungsring wurde K. 2001 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Seine Stimme hatte aufgrund seiner ruhigen Art, seiner Erfahrung und seinem Realitätssinn Gewicht. Ferner durfte er in zahlreichen Gremien des nationalen und internationalen Weinbaus und der Weinwirtschaft mitwirken.
Seinen Ruhestand verbrachte K. mit seiner Frau Elisabeth in Bonn. Sie nutzten die gemeinsame Zeit für umfangreiche Reisen in der Welt.
Quellen:
- Mitteilungen der Familie
Bildquelle: Privat
Autoren:
Johannes Büchel, Mainz
Friedhelm Leimbrock, Mülheim an der Mosel
August 2025

