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Weinbau an der Nahe – vom Probierstübchen der deutschen Weinlande zum selbstbewussten Anbaugebiet

Dr. Peter Fuchß:
Weinbau an der Nahe – vom Probierstübchen der deutschen Weinlande zum selbstbewussten Anbaugebiet.

Selbstverlag, Bad Kreuzach 2018. 76 Seiten mit zahlreichen farbigen und s/w Abbildungen. EUR 5,-
Bezug über: www.Weinbuch-Versand.de (Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. )

Während das Anbaugebiet Nahe in heutiger Zeit in der deutschen Weinlandschaft einen festen Begriff darstellt und jeder Weinliebhaber an die qualitativ hochwertigen, nuancenreichen Rieslingweine denkt, war das in früheren Jahrhunderten nicht der Fall. Erst in den letzten Jahrzehnten ist die Nahe aus dem Schatten der benachbarten großen Anbaugebiete herausgetreten und wird als eigenständiges und nicht verwechselbares Anbaugebiet wahrgenommen. Die vielen unterschiedlichen geologischen Formationen aber auch die verschiedenen Mikroklimaten bilden beste Voraussetzungen für die große Weinvielfalt mit den unterschiedlichsten Rieslingtypen.
Peter Fuchß, dem der „Stallgeruch“ anhaftet, hat den Naheweinbau von Kind auf erlebt und damit auch die Entwicklung des Naheweinbaus und ebenso intensiv den Aufstieg des Naheweins mitbegleitet. In seinem Beitrag, so bekennt er selbst, „will er nicht im Einst verharren, er will vor allem die Entwicklung der letzten Jahre darstellen, die der Nahe Dynamik und Zukunftsperspektive vermittelt“.
Ausgehend von der Historie des Naheweinbaus über die Darstellung des Einflusses von Klöstern und Adeligen im Mittelalter beschreibt er die Zerrissenheit des Anbaugebietes nach der französischen Epoche, nach der das Anbaugebiet Bayern, Preußen und Hessen-Darmstadt zugeschlagen wurde. Erst nach und nach kam es zu dem uns heute bekannten Nahe-Anbaugebiet. So ist es nicht verwunderlich, dass der erzeugte Wein in früherer Zeit meist als „Rheinwein“ verkauft wurde. Die Bezeichnung „Nahe“ wurde nur beim Weinexport als Herkunft gewählt. Seit gut 50 Jahren erst muss jeder Qualitäts- und Prädikatswein den Namen des Anbaugebietes tragen. Der Autor geht in seiner Schilderung auf die Pioniere des Naheweinbaus ein, die den Qualitätsweinbau wesentlich vorangetrieben haben und für die Bodenordnung sowie darauf aufbauend die Fortentwicklung der Mechanisierung in Weinberg und Keller kämpften.
Nach der Darstellung des enormen Strukturwandels bis in die Gegenwart befasst er sich auch mit der entscheidenden Frage, wohin die Entwicklung des Naheweins geht. Den Handicaps stellt er die umfangreichen Stärken und Chancen gegenüber.
Die Schrift soll dazu beitragen, dass sich der Leser mit der reichen Kultur der Region auseinandersetzt und dabei dem Nahewein noch näher kommt.

Verfasser: Dr. Gerhard Stumm, Bad Kreuznach
Aus: Mitteilung der GGW 2/2019