Pressemeldungen

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

„BiblioVino“:
In Deutschland einzigartiges Nachschlagewerk wird jetzt im Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz betreut.
Herausgabe der großen Bibliographie zur Geschichte und Kultur des Weines wandert von Bonn nach Koblenz.

Koblenz. Hier kommt zusammen, was zusammengehört: Rheinland-Pfalz, das Bundesland mit den größten Weinanbauflächen der Republik, beheimatet jetzt auch die große Bibliographie zur Geschichte und Kultur des edlen Getränks – die „BiblioVino“.Das bisher von der Wiesbadener Gesellschaft für Geschichte des Weines e.V. herausgegebene Nachschlagewerk, die das Projekt weiterhin – auch finanziell – unterstützt, ist nun im Landesbibliothekszentrum / Rheinische Landesbibliothek (LBZ) beheimatet.
Sie möchten etwas über die Geschichte des Rieslings am Mittelrhein erfahren? Sie interessiert der Weinanbau an der Ahr? Die Traubensorten in der Pfalz? Der Wein in Baden? In der großen Bibliographie „BiblioVino“ finden sie 36 000 Antworten zu allen Weinfragen.
Die Bibliographie zur Geschichte und Kultur des Weines (genannt „Schoene 1-4“ nach ihrer Begründerin Renate Schoene, Bibliotheksamtsrätin an der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn) ist eine Literaturdokumentation der deutschsprachigen Weinliteratur. Sie erfasst Bücher, Aufsätze aus Zeitschriften, Jahrbüchern, Tages- und Wochenzeitungen, Einzelbeiträge aus Sammelwerken und Kapitel aus Monographien ebenso, wie Karten und vereinzelt CDs und DVDs. Derzeit werden 36 000 Titel nachgewiesen. Die in ihrer aktuellen Fassung als Datenbank vorliegende Ausgabe („Schoene4“) betreuen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LBZ.
Entstanden ist das Nachschlagewerk 1971 im Rahmen der Ausstellung „Der Wein in Geschichte und Gegenwart“ in der Universitätsbibliothek Bonn. Bereits während der Vorbereitung für die Präsentation begann Renate Schoene umfangreiche Literatur zusammenzutragen. Klar war bald: Hier entsteht ein Wissensschatz über den Wein,
der in einer Bibliographie veröffentlicht werden muss. So entschlossen sich die Gesellschaft für die Geschichte des Weines e. V. aus Wiesbaden und die Universitäts- und Landesbibliothek Bonn die „Weinbibliographie“ gemeinsam herauszugeben. Herz und Seele des Projekts war von Anfang an Bibliotheksamtsrätin Schoene, die das Nachschlagewerk in zäher, auf Zeitaufwand keine Rücksicht nehmende Sucharbeit über 40 Jahre ergänzte und fortführte. Gemeinsam mit der Gesellschaft für die Geschichte des Weines entwickelte sie Aufbau und Systematik der Bibliographie.
In den Jahren 1976, 1978, 1982 und 1984 erschienen das gedruckte Standardwerk, jetzt „Schoene“ genannt und die Ergänzungsbände (Supplemente) 1-3 mit insgesamt 13.309 Weintiteln. Es folgte im Jahr 1988 die zweite, mit allen Supplementen kumulierte und aktualisierte Auflage (Schoene 2), die dann ab 2003 in ihrer dritten Auflage (Schoene 3) als Datenbank im Internet zur Verfügung stand. Die technische Betreuung übernahm die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Bonn, zu der Mitglieder der Gesellschaft für die Geschichte des Weines gute Kontakte hatten.
Nach dem Tod von Frau Schoene im Jahr 2013 war der Gesellschaft für Geschichte des Weins klar, dass die Bibliographie in geeigneter Weise fortgeführt werden sollte. Aufgrund der Arbeit bestanden schon lange auch intensive Kontakte zum Weinland Rheinland-Pfalz und dem LBZ, so das bereits noch zu Lebzeiten von Frau Schoene auch auf Ihre Initiative hin die Idee geboren wurde, die Herausgeberschaft an das Landesbibliothekszentrum im Nachbarbundesland zu übertragen. Im Jahr 2017 begannen dann die Vorbereitungen für eine Neuauflage der Bibliographie (Schoene4), die nun direkt vom Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz herausgegeben werden sollte und auch technisch dort angesiedelt wurde. Der eigentliche „Umstieg“ von Bonn ins LBZ erfolgte dann vor wenigen Tagen. Jetzt ist das Angebot „BiblioVino“ für Wissenschaft und interessierte Leser frei zugänglich. Zur öffentlichen Einweihung ist noch ein Termin im Herbst dieses Jahres geplant.

Hrsg.: Pressedienst des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz
Koblenz, 28.3.2019


PresseInformation
vom 5.3.2019
zur
Schrift Nr. 195

Eine kurzweilige, informative Wein-Zeitreise
ins 19. Jahrhundert

Was denkt Justus von Liebig wirklich über einen Besuch bei Fürst Metternich 1845? Dürfen 13-jährige Internatsschüler auf Exkursionen Wein trinken? Warum soll man im Herbst keine Maibowle mehr machen? Wie viele Gläser zerdeppern deutsche Wissenschaftler bei einem feucht-fröhlichen Kongressabend 1852 in Wiesbaden? Warum spart eine gut geübte Weinzunge Geld? Welche „fake news“ über vier Stubenfliegen erregten vor der Verabschiedung des Lebensmittelgesetzes von 1879 die Gemüter?
Kurioses und Wissenswertes über einen der bedeutendsten Chemiker der letzten 300 Jahre, Carl Remigius Fresenius, erfahren Wissbegierige in einem Büchlein über Wein bezogene Arbeiten aus seinem Laboratorium. Da werden Gärversuche im Labormaßstab und im 1200 Liter-Fass verglichen, Weinfälschungen mit Billigzucker entlarvt und Blätter, Holz und Tränen von Reben untersucht. Es erweist sich schon damals als schwierig, Terroir und Weinqualität analytisch einfach zuzuordnen. Uns Heutige wundert es nicht, dass Fresenius und sein Team die Aufnahme von „verbesserten Weinen“ ins Weingesetz ablehnen. Lehrreich und bleibend aktuell ist, wie sie das begründen. Diese und viele andere Fakten
und Geschichten ordnet die kleine Schrift in den Zusammenhang der handelnden Personen und Institutionen und ihrer Publikationen – übersichtlich gegliedert – ein. Fleißig waren sie, unsere Vorfahren – getreu Fresenius‘ Devise: „Geht es dir im Leben gut, wahre dich vor Übermut. Gehen schlechter die Geschäfte, so verdopple deine Kräfte.“ Mit einem Glas Wein in der einen und diesem Büchlein in der anderen Hand sollte eine Zeitreise ins 19. Jahrhundert nicht schwer fallen.

Der Autor: Prof. Dr. Leo Gros, Hochschullehrer von 1981 bis 2016 an der Hochschule
Fresenius in Wiesbaden/Idstein (deren Vizepräsident von 1997 bis 2013), Mitglied des
Wissenschaftlichen Beirats der GGW.

Besprechungsexemplare bitte bei der Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. anfordern.