Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

Jancis Robinson, Julia Harding, José Vouillamoz:
Wine Grapes. A complete guide to 1,368 vine varieties, including their origins and flavours.
[Keltertrauben. Ein umfassender Führer zu 1.368 Rebsorten inkl. ihrer Herkünfte und Aromen.]

Wine Grapes. A complete guide to 1,368 vine varieties, including their origins and flavours

London: Allen Lane (Penguin Books) 2012. ISBN 978-184614-446-2; GBP 120,-
New York: ECCO (HarperCollins Publishers) 2012. ISBN 978-0-06-220636-7; USD 175,-
1.242 Seiten, Hardcover mit Leineneinband im Schuber; mit 80 farbigen Abb.
Weinbibliographie [Schoene3] Nr. 29866

Jancis Robinson MW ist fraglos die größte Expertin im Bereich Reben-Trauben-Weine. In diesem Metier hat sie bereits mehrere Bücher verfasst, die auch auf Deutsch erschienen sind. Nach einem kleinen Taschenbuch, das nur auf Englisch herauskam, wurden ihre weiteren Werke im Oxford Wine Lexikon publiziert, wo sie auch die Idee bekam, ein großes umfassendes Werk zu verfassen.

Mit Hilfe von Julia Harding MW (ebenfalls Master of Wine) und dem Schweizer Önologen und Wissenschaftler José Vouillamoz saß sie zwei Jahre am Schreibtisch und schuf ein in der Tat umfassendes Buch zum Thema Reben, Trauben und Wein. Die drei stellen 1.368 Rebsorten auf 1.242 Seiten vor, dazu kommen noch 80 Rebsortenportraits von Viala-Vermorel, die von den Malern Jules Troncy und Alexis Kreyder stammen und auch in dem dreibändigen italienischen Werk enthalten sind.
Das Buch hat ein klassisches Layout und enthält neben den Portraits auch ein Register mit Synonymen sowie Rebsortenfamilien, wie es z. B. zum Chardonnay kam usw.
Jede Sorte wird mit einem kurzen Satz charakterisiert und dann in verschiedenen Kapiteln vorgestellt, wobei sich die Autoren erlauben, ihre Meinung zu sagen und wo es Zweifel über bestimmte Aussagen gibt, diese zu zitieren.
Es ist eine erstaunliche Ansammlung an Rebsorten geworden und auch neuere Spezies werden genannt mit dem entsprechenden Hinweis, was ihre Qualität angeht. Und wo sie selten sind, steht auch mal dabei, bei welchem Winzer es noch Weine gibt, Beispiel Tauberschwarz.

Das Buch ist anders als die drei schon zitierten italienischen Bände, die insgesamt über 550 Bildtafeln enthalten. Das englische Buch ist auch entschieden preiswerter, was nicht gegen das italienische Werk sprechen soll, das mehr den Aspekt Ampelographie behandelt.

Das rein englischsprachige Werk, eine deutsche Übersetzung ist nicht in Aussicht, enthält aber ein großes Kapitel der Bücher zum Thema aufgeführt. Gleichzeitig kam in den USA eine im Titelbild leicht andere Version heraus, die sich im Text aber nicht unterscheidet.

Das Werk ist ein Meilenstein und Meisterwerk. Es hat das Zeug zu einem Klassiker in der neueren Weinliteratur. Diesem englischen Werk wäre es zu gönnen, würde sich ein hiesiger Verlag finden. Man kann alle anderen Bücher zu diesem Thema von ihr wegwerfen, meint die Autorin im Vorwort mit ­britischem Understatement!

Wer sich einen Eindruck von dem Werk vorab verschaffen will, kann dies unter www.winegrapes.org tun.

Verfasser: Harry George
Aus: Mitteilung der GGW 1/2013