Roesler, Leonhard (1839-1910)

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ROESLER, Leonhard, Dr. Professor, Hofrat, Direktor der Chem.-Physiol. Versuchsstation, Klosterneuburg. * 19.5.1839 in Nürnberg, † 11.1.1910 in Krems a. d. Donau. verh. seine Frau war eine geb. Kühn, 8 Kinder.

Studium der Chemie in Erlangen und Göttingen. Es folgten kurze Assistenzzeiten in Erlangen und bei Prof. Kühn in Halle. 1867 ordentlicher Professor an der Techn. Hochschule Karlsruhe. Mit Dr. Blankenhorn Gründung der Annalen der Oenologie. 1870 Berufung nach Klosterneuburg. Rückgangserscheinungen im Versuchsweingarten führten zusammen mit E. Mach zur Entdeckung der Reblaus (Bericht in der "Weinlaube" am 1.9.1872). In der Folgezeit stand die Biologie der Reblaus und deren Bekämpfung in der Forschung und in den Veröffentlichungen im Vordergrund. R. war Mitbegründer des Vereins zum Schutze des Österr. Weinbaues (1884). Der in Klosterneuburg tätige Mykologe Felix Thümen benannte einen Saprophyten Roesleriana hypogaea. R. wurden zahlreiche Ehrungen zuteil. Am 19.12.1931 wurde in Klosterneuburg (Anstaltsgarten) ein Dr.-L.-Roesler-Gedenkstein enthüllt.

Veröffentlichungen: Mitteilungen der K. u. K. Chemisch-physiologischen Versuchsstation für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg bei Wien H. 1−7. Ein Beitrag zur Beantwortung der heute in Frankreich bes. ventilierten Fragen über Phylloxera vastatrix. In Annalen der Oenologie. 4.1874. Ders.: Phylloxera vastatrix auf Grund der in Klosterneuburg bei Wien gemachten Erfahrungen. Heidelberg, Winter 1875. 12 S. In Annalen der Oenologie.

Literatur: Zweigelt, Fr. Die Enthüllung der Roesler-Gedenktafel in Klosterneuburg. "Das Weinland" Nr. 1/1932, S. 1−6, Wien.

Autor: W.-Ba.