Schleip, Helmut (1910-1987)

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SCHLEIP, Helmut, Dr. rer. nat., Diplomlandwirt; Rebenzüchter bei der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg. * 24.12.1910 in Istanbul/Türkei, † 20.8.1987 in Lauffen am Neckar, Verh. 23. 5. 1942 mit Rosemarie, geb. Dold; 3 Töchter, 2 Söhne.

Ausbildung: 1921-1930 Gymnasium in Freiburg/Br.; 1930–1932 Landwirtschaftliche Lehre mit Abschluss Gehilfenprüfung; 1932–1934 Landwirtschaftliche Hochschule Berlin; 1934–1936 Landwirtschaftliche Hochschule München mit Abschluss Diplomlandwirt; 1936–1938 Universität Halle mit Promotion zum Dr. rer. nat.

Berufliche Tätigkeit: 1938-1941 Wissenschaftlicher Assistent bei der Preußischen Landwirtschaftlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Landsberg/Warthe (Aufgabengeb.: Hirse, Weißklee, verschiedene Gräser); 1939–1945 Kriegsdienstzeit/-gefangenschaft; 1941 Berufung als Wissenschaftlicher Assistent an das Kaiser-Wilhelm-lnstitut für Züchtungsforschung in Müncheberg/Mark (beabsichtigtes Aufgabengeb.: Getreide-Arten); 1947–1950 Staatliches Weinbauinstitut Freiburg/Br. (Mitarbeit in Abtlg. Rebenzüchtung); 1950 Wissenschaftlicher Assistent bei der Staatlichen Versuchsstation für Gartenbau in Munzigen/Baden (Aufgabengeb.: Hybridmaiszüchtung); 1950–1957 Wissenschaftlicher Assistent beim Staatlichen Forschungs- und Beratungsinstitut für Höhenlandwirtschaft, Donaueschingen, in Umkirch/Baden (Aufgabengeb.: Hybridmaiszüchtung); 1957–1965 Wissenschaftlicher Assistent bei der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau, Weinsberg, in Lauffen am Neckar (Aufgabengeb.: Rebenzüchtung); 1965–1975 Leitung der Abtlg. Rebenzüchtung.

Die Vielfältigkeit der Einsatzgebiete und Aufgabenbereiche ist typisch für viele Wissenschaftler dieser Generation. Als Schleip zur "Weinbauschule" kam, konnte er noch über 7 Jahre mit dem erfahrenen Rebenzüchter A. Herold zusammenarbeiten. Dadurch wurde es ihm ermöglicht, die seitherigen züchterischen Bemühungen in Weinsberg eingehend zu studieren und zu analysieren. Als Konsequenz erarbeitete er Strategien der Kreuzungszüchtung, welche das komplexe Merkmal "Weingüte" in den Vordergrund rückten, um über eine effizientere Arbeitsweise schneller brauchbare, praxisgerechte "Eliten" zu selektieren. Mit großem Engagement wurde in die Verfeinerung einer adäquaten Methodik der Weinbereitung im Einzelstockstadium investiert. Diese Verfahrensweise sollte später für viele Züchterkollegen beispielhaft und nachahmenswert sein. Des weiteren berücksichtigte Schleip verstärkt internationale Weiß- und Rotweinsorten mit anerkannter Weinqualität ("Gütesorten"; z. B. Sauvignon blanc, Cabernet-Sauvignon) als Kreuzungspartner zu den traditionellen württembergischen Rebsorten. Unmittelbar bedeutungsvoll für die Weinbaupraxis waren erste Anbaueignungsprüfungen mit der neuen farbkräftigen Rotweinsorte We S 341 (später: "Dornfelder") ab 1968. Die positiven weinbaulichen und önologischen Resultate führten zur baldigen Anmeldung beim Dt. Bundessortenamt im Jahre 1971 (Sortenschutz 1979; EG-Klassifizierung 1981). Im Sinne seines Vorgängers und in enger Abstimmung mit dem Berufsstand der Weingärtnerschaft führte Schleip die erhaltungs- und klonenzüchterischen Arbeiten an den württembergischen Standardrebsorten erfolgreich weiter. Nicht zuletzt organisierte er die Verlagerung eines beträchtlichen Teils der Produktion von Unterlagsreben für Württemberg nach Norditalien, vor allem nach Südtirol.

Literatur: Personalakte.

Autor: B.-Hi.