Alleweldt, Gerhardt Erich (1927-2005)

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Gerhardt Erich ALLEWELDT - Prof. Dr. Dr. h.c., Diplomlandwirt.
* 21.7.1927 in Brightview/Kanada; † 28.3.2005 in Landau-Godramstein.

1950-1953: Studium der Landwirtschaft an der Justus-Liebig-Universität in Gießen mit Abschluss Diplomlandwirt.
1956: Promotion zum Doktor der Landwirtschaft (Dr. agr.sci.) an der Justus-Liebig-Universität Gießen zum Thema: "Die Wirkung der Temperatur und Photoperiode auf Wachstum, Entwicklung und Ertrag einiger Sommerweizen-Sorten. Ein Beitrag zur physiologischen Variabilität des Sommerweizens".
1963: Habilitation an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Justus-Liebig-Universität Gießen mit der Habilitationsschrift "Die Umweltabhängigkeit des vegetativen Wachstums, der Wachstumsruhe und der Blütenbildung von Reben (Vitis-Spezies)"; Erhalt der Venia Legendi für das Fach "Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung mit besonderer Berücksichtigung des Weinbaus und der Rebenzüchtung".
1956-1970: Wissenschaftlicher Assistent am Forschungsinstitut für Rebenzüchtung Geilweilerhof.
1964: Gastprofessur an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Ege-Universität in Izmir/Türkei.
Seit 1965: Berufung auf den Lehrstuhl für Weinbau an der Universität Hohenheim und Ernennung zum ordentlichen Professor.
Seit 1970: Leitender Direktor der Bundesforschungsanstalt für Rebenzüchtung Geilweilerhof unter gleichzeitiger Beibehaltung des Lehrstuhls für Weinbau an der Universität Hohenheim in Personalunion.
Seit 1991: Leiter der Bundesanstalt für Züchtungsforschung im Wein- und Gartenbau, Siebeldingen.
1992-1995 Kommissarischer Leiter der Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen in Quedlinburg.
Weitere wichtige Funktionen:
Seit 1957: Schriftleitung der Zeitschrift "VITIS - Berichte über Rebenforschung".
Seit 1962: Leitung der Dokumentation der Weinbauforschung.
1970-1995: Vorsitzender des Deutschen Rebenzüchtervereins im Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V. und Mitglied des Vorstandes des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter e.V.
1970-1995: Wissenschaftliches Mitglied im Office International de la Vigne et du Vin (OIV), Paris.
Als wissenschaftlicher Assistent am damaligen Forschungsinstitut für Rebenzüchtung Geilweilerhof hat er sich zunächst mit grundlegenden Fragen der Wachstums- und Entwicklungsphysiologie bei Reben befasst (Habilitationsschrift). Es schlossen sich Arbeiten an, in denen die Steuerung vegetativer und reproduktiver Prozesse durch Phytohormone untersucht wurde. Mit seinen Untersuchungen zum vegetativen Wachstum und zur Ertrags- und Qualitätsbildung unter Wassermangelbedingungen wurden wichtige Voraussetzungen zur Charakterisierung der Trockenresistenz von Rebsorten geschaffen. Mit großer Zielstrebigkeit hat er sich auch der Sammlung, Beschreibung und Erhaltung der genetischen Ressourcen der Rebe gewidmet. Bereits in den 80er Jahren legte er den Grundstein für eine umfangreiche und weltweit einzigartige, heute über Internet recherchierbare Datenbank für die Rebe. Auch hat er mit großer Beharrlichkeit die Resistenzzüchtung vorangetrieben. Wichtigstes Ergebnis seiner züchterischen Tätigkeit ist die pilzwiderstandsfähige Rebsorte Regent, die mittlerweile breiten Einzug in den praktischen Weinbau gehalten hat und zwischenzeitlich auf über 2000 ha (Stand 2004) angebaut wird. Im Bereich der Züchtungsforschung lag der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeiten auf der Entwicklung von geeigneten Frühdiagnoseverfahren, um die Effizienz der züchterischen Aktivitäten zu steigern und die lange Zuchtdauer bei Reben abzukürzen.

Ehrungen:
Aufgrund seiner enormen wissenschaftlichen Leistungen erhielt er viele Auszeichnungen und Ehrungen, unter anderen:
• Seit 1976 Ehrenmitglied der Societé Scientifique Viticole et Vinicole Yougoslave, Zemun.
• Seit 1976 Korrespondierendes Mitglied der Accademia Italiana della Vite e del Vino Siena/Italien.
• 1982 Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
• 1984 Ehrendoktortitel der Universität für Gartenbau in Budapest (Ungarn).
• 1995 Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

Veröffentlichungen:
Die Liste der Publikationen ist sehr lang! Es wird u.a. auf Schoene3 verwiesen.

Autor:
Dr. Rudolf Eibach, Geilweilerhof