Comini, Ludwig v. (1814-1869)

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

COMINI, Ludwig v., Edler zu Sonnenberg, Gutsbesitzer und Forscher. * 19.6.1814 in Innsbruck, † 18.1.1869 in Bozen. Sohn des Arztes und Schriftstellers Dr. Michael Ulrich v. Comini, Edler zu Sonnenberg († 1851), von Kaiser Franz II. 1799 in den erblichen Adelsstand erhoben. verh. mit Anna Maria Tschiderer aus Bozen, 6 Kinder.

Besuch des k.u.k. akademischen Gymnasiums in Innsbruck, ab 1836 Studium an der k.u.k. Forstschule in Mariabrunn bei Wien. Nach dem Abschluss und einem kurzen Abstecher in die Pharmazie, Eintritt in den staatlichen Forstdienst in Tirol. 1840 Eheschließung in Bozen und 1849 Übernahme des von der Ehefrau geerbten Kalchgruberhofs mit Weingütern in Bozen-Dorf und Bozen-Boden. An den Reben eines seiner Güter entdeckte er am 3.8.1851 erstmals den Befall durch den um 1850 aus Nordamerika nach Europa eingeschleppten Schimmelpilz "Oidium tuckeri", als "echter Mehltau" gefürchtet und bekannt. Als Erreger der Krankheit entdeckte er Pilzfäden und begann sofort mit Versuchen zur Bekämpfung der sich rasch ausbreitenden Traubenkrankheit. Als 1855 die Pilzerreger in verstärktem Maße auch in den anderen Weinbauländern Europas auftraten, reiste er nach Italien, Frankreich und Griechenland, um über die dort angewandten Abwehrmittel etwas zu erfahren. Ohne Resultat kehrte er in die Heimat zurück und versuchte weiter, bis er schließlich in der Bestäubung der erkrankten Reben mit pulverisiertem, trockenem Schwefel ein wirksames Abwehrmittel fand. Die vielen Jahre Arbeit und die unablässige Aufklärung in Wort und Schrift in allen Rebbaugebieten des Landes brachten ihm den Beinamen "Schwefelapostel" ein. 1865 hatte er den langen Kampf gewonnen, doch seine Gesundheit und sein Vermögen waren verbraucht. Verarmt und geschwächt erlag C. nach einem Jahr fortschreitenden Siechtums, erst 55-jährig, seinem schweren Leiden.

Literatur: "Der Schlern", Monatsschrift für Heimat- und Volkskunde, Bozen, Verlag Athesia, Firmian Prast: "Ludwig v. Comini-Sonnenberg, Jg. 1948, Heft 5. − "Weinfibel", Karl Th. Hoeniger, Verlag Ferrari-Auer, Bozen, 1964. − Hans Graf Huyn, "Das Tiroler Weinbuch", Seewald Verlag, Stuttgart, S. 46−47. − Katalog der 48. Bozner Weinkost 1970: "Der Sieg Ludwig v. Cominis".

Autor: Fra.