Acker, Michael (1861−1932)

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ACKER, Michael, Weinberg-, Rebschul- und Kellereibesitzer in Kelling/Siebenbürgen. * 6.5.1861, † 25.4.1932.

Der 1892 in seinem Weinbaugebiet, dem "Unterwald" in West-Siebenbürgen, entdeckte Reblausherd kündigte ihm die Zerstörung der alten Rebanlagen − in Siebenbürgen schon 1206 urkundlich nachgewiesen − an, die er als eine Herausforderung zum Neuaufbau der Weinberge annahm. Die hierfür notwendige Flurbereinigung (Kommassation) ließ er 1899 durchführen, obgleich von Brandanschlägen heimgesucht. Danach errichtete er einen Muttergarten mit amerikanischen Unterlagsreben und 1902-04 die "Erste Unterwälder Rebschule", in der nach französischem Vorbild jährlich bis zu 1 Mio. Pfropfreben für den Neuaufbau der Unterwälder Weinberge (18 Weinbaugemeinden mit 1.430 ha Rebfläche 1883) erzeugt wurden.

Seinem erfolgreichen Beispiel folgend, legten nun auch kleinere Winzer eigene Rebschulen und neue, weiträumigere Weinberge mit den Rebsorten Gornisch, Königsast, Mädchentraube u.a. an. Gegen Peronospora und Mehltau führte er die Bekämpfung mit Kupferkalkbrühe und Schwefelstaub ein. Den Weinabsatz förderte er durch eigenen, regen Weinhandel und dehnte ihn bis nach Wien aus. Als Pferdeliebhaber züchtete er durch Kreuzung mit Importen ein kräftiges Zugpferd für die Bodenbearbeitung im Weinberg. Seinem unermüdlichen Fortschrittsstreben verdankt der Selfmademan den Beinamen "Pionier".

Autor: Ac.